Studenten-Berichte - DAHC

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German American Men's Club Munich
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Studenten-Berichte

Jugendarbeit

BERICHTE AMERIKANISCHER STUDENTEN ÜBER IHREN
GE - AUSTAUSCH 2017 / 2018


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Von links:   Alexandra Challenger, John Grant Fentum, Rachel Dodson
Alexandra Challenger
Aus Florida, studierte als PhD Studentin Kunstgeschichte an der LMU in München

Während meiner Zeit in München waren einige von meinen komischen Hobbys die Bummel durch die alten und schönen Kirchen in der Stadt sowie die Umgebung. Freunde, die erwarteten, der Englische Garten anzuschauen, schauten auch die Frauenkirche und Asamkirche an. Es ist nicht unbedingt die Religion, die mich lockt, sondern die Art, bei denen jedes Gebäude ein bemerkenswerter Schnappschuss der Geschichte der Stadt ist. Kirchen sind komplizierte Gebäude und sind oft aufgebaut, wiederaufgebaut und erneuert über Jahrhunderte. Einige haben antike Gebäudefundamente mit mittelalterlichen Mauern und Renaissanceinnenräumen. Sie beinhalten Grabinschriften für wichtige Figuren der Geschichte der Stadt—von wohlhabenden Kaufleuten bis Heiligen und politischen Figuren. Sie haben auch großartige Altartafeln, alte Skulpturen und komplizierte Reliquiare aus Gold und Silber. Jede Kirche ist unterschiedlich und ergibt die Tiefe von Geschichte in einem bestimmten Ort.

Ich erwähne meine Faszination mit Kirchen, weil sie eine der bemerkwertesten Teile vom Leben für ein Jahr in Deutschland für mich war. Die Geschichte ist tatsächlich überall und auch in den kleinsten Städten, davon ich noch nie gehört hatte, bevor ich nach Deutschland kam, bin ich überrascht, herauszufinden, dass wichtige Ereignisse dort stattfand. Vielleicht war ein Dorf die Heimat eines bekannten Wissenschaftlers oder Schriftstellers. Vielleicht gab es dort eine große Schlacht oder Goethe schrieb einen Roman in eine der Gebäuden. Dieser ist ein großer Unterschied zwischen der gut dokumentierten europäischen Geschichte und der ziemlich neuen Geschichte der USA. In den USA sind die Städte viel junger und oft haben nicht die gleiche historische Resonanz wie europäische Städte. Das war mich faszinierend, denn ich hatte ein Gefühl von Entfernung von der Geschichte, wenn ich Geschichte als eine amerikanische Studentin studiert und die Geschichte in Büchern las, statt sie direkt zu erfahren. Für mich könnte die Geschichte endlose Listen von Daten und Ereignissen sein, die keine Verbindung mit einander hatten. Trotzdem habe ich eine neue Anerkennung seit dem Anfang meiner Zeit in Deutschland, mit der ich die Faktoren erkenne, die die Identität eines Ortes prägen, und wie diese Identitäten in der Landschaft einer Stadt dargestellt sind.

Eigentlich bin ich immer über die tiefe Fähigkeit verwundert, mit der Menschen über ihre Heimatstädte in Deutschland sprechen können. Ich habe meine Nachbarin locker über die Stadt, in der ihre Familie wohnt, gefragt und diese einfache Frage wurde schnell eine lange Besprechung über der bayrischen Geschichte. Da sie in der Nähe von München aufgewachsen ist, hat sie eine tiefe Erkenntnis von der Geschichte der Region und die Rolle, die ihre Familie in der Geschichte spielt. Überall wo ich reise, begegne ich ähnlich gebildeten Menschen, die mir über dem besonderen Essen, den historischen Orten und Ereignissen erzählen, die ihre Region prägen.

Meine Besuche an so vielen verschieden historischen Städten (sowie das Leben in einer) haben mein Verständnis von der Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf der Gegenwart geprägt. Ich denke aber auch über meine Behandlung meiner eigenen Kultur und Geschichte in den USA. Vielleicht weil ich nicht so viel gereist in den USA als in Deutschland bin, dachte ich wenig über die besonderen Eigenschaften, die die amerikanische Identität prägen. Immer noch schlimmer ist, dass ich die Kleinheit und Bedeutungslosigkeit meiner Region ablehnte, anstatt die Region als interessant und einzigartig zu erkennen und feiern. Da ich Zeit in einem anderen Land verbrachte, habe ich jetzt die Möglichkeit, nicht nur eine andere Kultur zu verstehen, sondern auch mein Verständnis meiner eigenen Gesellschaft zu verbessern. Diese Verbesserung ist wichtig, weil man seine Rolle in der Gestaltung der Geschichte nur verstehen kann, wenn man seine eigene Geschichte versteht. Ich bewundere die Hingabe in Deutschland, seine Geschichte zu teilen und erhalten, als eine Methode für die Bildung der zukünftigen Menschen und ich bin dankbar für den Einblick, den ich jetzt für meine eigene Kultur und Identität habe.  
   
John Grant Fentum
Aus Arizona, studierte Germanistik und Computerwissenschaften an der LMU München

Der Rückblick auf meineZeit in Deutschland erinnert mich an ine Kommentar, den ich Anfang dieses Monats zu einem Freund machte: “Ich mag in Amerika aufgewachsen sein, aber ein Erwachsener wurde ich in Deutschland“. Obwohl dies nicht mein erstes Jahr war, in dem ich allein lebte, war es das erste Mal, dass ich vollständig von meiner Familie getrennt war und dass ich alles allein bewältigen musste. Registrierung für ein Visum, meine Universität, ein Bankkonto und eine Versicherung, alles in Deutschland nahm mir wetgehend meine gewohnte Bequemlichkeit. All diese Aktivitäten waren terminiert und mussten schnell erledigt werden, als ich in Deutschland ankam und ich wurde ins kalte Wasser des Lebens in einem anderen Land geworfen. Als ich dann etabliert war, konnte ich Deutschland schließlich so erleben, wie ich mir das erhofft hatte. Freunde treffen, Veranstaltungen besuchen, das Land bereisen, all das trug bei zu den erinnerungswertesten Jahren meines Lebens.

Wie jeder, der sich in ein neues Land begibt, war ich begierig, neue Freunde zu gewinnen, als ich ankam. Glücklicherweise war ich nicht der einzige, der gerade von zu Hause ausgezogen war und es gab viele Leute wie mich, die wie ich mit anderen Leuten sprechen wollten. Meine technischen Geschicklichkeiten waren hilfreich dabei, mit anderen in Kontakt zu kommen. Ich schnappte oftmals Unterhaltungen über fehlerhafte Internet Router und andere Computerprobleme auf und bot meine Unterstützung an. Mit technischen Unterstützungsleistungen während der ersten Monate konnte ich eine Gruppe von Freunden formen, die während unserer ganzen Zeit hier zusammen blieben. Zusammen reisten wir durch Deutschland, nach Österreich und besuchten Veeranstaltungen wie das StuStaCulum in München und das Weihnachtsfest in Salzburg. Wenn wir nicht auf Reisen waren, konnten wir im Englischen Garten sitzen, Karten spielen und die einmalige Atmosphäre Münchens genießen.

Obwohl ich viel allein und mit Freunden gereist bin, waren einige der besten Trips die zu VDAC Seminaren mit anderen amerikanischen Studenten. Für alle von uns, die wir periodisch zusammenkamen war dies eine große Abwechslung. Obgleich die meisten von uns aus verschieden Staaten kamen, waren wir alle überwältigt von der Erfahrung in einem neuen Land zu sein. Wir alle hatten die gleichen Probleme und wir konnten sie auf diese Weise ntensiver diskutieren. Einige meiner Lieblingserinnerungen an diese Trips waren die, bei denen ich ein Stück weit meine Gewohnheiten verließ und einien verrückten Ideen zustimmte. Eine solche Idee war eine 6 Stunden wanderung nach Steinbach als erstes an einem Freitag Morgen. Da ich in Colorado in nächster Nähe zu den Rocky Mountains lebe, war eine lange Wanderung leicht zu akzeptieren, aber das Timing für den Start der Wanderung war besonders schwierig für mich. Der Zug, den ich nehmen musste, fuhr um 3:00, aber Busse und U-Bahnen starteten ihren Betrieb nur kurz vorher. Also nahm ich die letzte U-Bahn zum Hauptbahnhof und blieb die ganze Nacht wach, um den Zug nach Steinbach zu erreichen. Obwohl ich todmüde war, als wir die Jugendherberge erreichten, war ich doch froh, dass ich es gemacht habe.

Alle diese Erfahrungen haben mich über das Jahr geformt und geholfen, mich aus meiner beengten Hülle zu befreien. Ich fühle mich viel reifer und selbstsicherer als vor diesem Jahr und meine Zeit in Deutschland hat mir die Augen für eine ganz neue Perspektiveauf die Welt geöffnet. Es wird interessant sein, die Unterschiede zwischen diesem Jahr und künftigen Reisen nach Deutschand zu erleben und die ersten wenigen Monate miteinander zu vergleichen. Ich fühle mich unglaublich glücklich, dass ich ein ganzes Jahr in München leben konnte und ich bin dankbar für all die Erfahrungen, die ich machen konnte. Obwohl ich mich sehr auf meine Familie und meine Freunde in den Vereinigten Staaten freue, hoffe ich doch sehr, mit meinen in diesem Jahr gwonnenen Freunden in Kontakt zu bleiben und sie das nächste Mal, wenn ich wiederkomme, zu sehen.   

Rachel Dodson
Aus Alabama, studierte Germanistik an der Universität Augsburg
 
Das Ende meiner Zeit in Augsburg! Es gibt wahrscheinlich kein besseres Gefühl als ein schwieriger Anfang mit einem guten Ende. So würde ich meine Zeit in Deutschland beschreiben. Am Anfang des Jahres dachte ich, dass ein ganzes Jahr in Deutschland unmöglich war. Im August war Juli wie eine Licht am Ende des Tunnels, die nie kommen würde. Ich wollte aufgeben, aber das war natürlich keine Möglichkeit.  Mit der Unterstützung meiner Familie, Freunden und Ansprechpartnern habe ich das Jahr durchgehalten. Meine Einstellung zu Augsburg und zum Leben in Deutschland insgesamt ist seit März komplett verändert. Der Wendepunkt meines Jahres war natürlich das Ergebnis meines TestDAFs, das mir die Möglichkeit gab, mich an der Uni Augsburg anzumelden. Danach hatte ich das Gefühl, als ob eine Last von meinen Schultern genommen wurde und meine Zeit in Deutschland ganz angenehm wurde.

Ich bin glücklich, dass ich ein Semester an einer deutschen Universität studieren konnte, da ich selbst die Unterschiede mit amerikanischen Universitäten erfahren habe. Ich erwartete nicht, dass die Unterschiede so stark wären. Es gibt viel mehr Unabhängigkeit für die Studierenden und man hat mehr Freiheit mit der Wahl von Kursen. Es gab auch viel mehr Unabhängigkeit im Klassenzimmer, da die Seminare und Vorlesungen, die ich genommen habe, von die Studierenden geleitet waren. Dieses System hat mir gut gefallen, weil ich fand, dass die Selbstständigkeit eine entspanntere Atmosphäre erschafft. Durch meine Zeit an der Universität habe ich viele neue Menschen kennengelernt, die aus vielen verschiedenen Ländern kommen. Ich freue mich, dass ich die Möglichkeit in der Zukunft habe, meine neuen Freunden zu besuchen. Ich bin ganz dankbar, nicht nur für die neuen internationalen Kontakte, sondern auch für die neuen Freundschaften, die dauern wird, trotz der großen Entfernung.

Die besten Erfahrungen, die ich in Deutschland hatte, waren die Reisen nach verschiedenen Städten in Deutschland beziehungsweise verschiedenen Ländern. Dieses Jahr bin ich schon nach Polen, Tschechische Republik und Österreich gereist und ich habe noch zwei Reisen für Juli geplant, nämlich nach Mallorca in Spanien und Cardiff in Wales. Mit den VDAC Seminaren habe ich deutsche Städte besucht, die einzigartig und interessant sind. Die Seminare waren auch eine gute Möglichkeit, neue amerikanische Freunde kennenzulernen. Diese neuen Freundschaften sind stark und einige der besten Freundschaften, die ich bis jetzt in meinem Leben gemacht habe. Ich freue mich auf zukünftige Abenteuer mit meinen Freunden in den USA oder besser in Deutschland. Solche Reisen sind einmalig, weil die Erinnerungen und verbrachte Zeit mit Freunden unersetzlich sind.

Der Austausch hat sich gelohnt, weil mein Hauptziel war, meine Deutschkenntnisse zu verbessern, aber ich habe auch viel mehr von diesem Programm bekommen. Ich bin jetzt selbstzuversichtlicher und reifer und fühle mich gut vorbereitet, die nächste Phase meines Lebens zu begegnen. Ich kann kaum glauben, dass mein Jahr in Deutschland fast zum Ende ist. Wenn ich auf das Jahr zurückblicke, kann ich nur lächeln, weil die Erinnerungen und Erlebnissen dieses Jahr wunderbar gemacht haben. Ich bin aufgeregt, meine Familie wiederzusehen und meinen Master in den USA anzufangen, aber ich denke schon an meiner nächsten Reise nach Deutschland.   


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