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eeeDeutsch-Amerikanischer Herrenclub München e.V.
German-American Men's Club Munich
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Sep | Raisting

Events > Jahr 2021

Veranstaltung
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ERDFUNKSTELLE RAISTING

am Mittwoch, 15. September 2021



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Die Erdfunkstelle Raisting
Text Prof. Dr. Dieter Anselm

19 Monate ist es her, dass wir unseren letzten Ausflug nach Regensburg zur Landesausstellung durchführten. Coronabedingt war unser Clubleben - und damit auch unsere Ausflüge - von heute auf morgen auf Null heruntergefahren. Aber alles geht einmal zu Ende. Der Vorstand des DAHC machte in seiner letzten virtuellen Sitzung den ersten zaghaften Versuch zur Revitalisierung unseres Clublebens im August 2021. Die ersten wöchentlichen Stammtischtreffen wurden anberaumt und der erste Ausflug Mitte September terminiert.

Am Anfang hatte der Vorstand noch Bedenken, ob der Vorschlag zu einem Ausflug auch von den Mitgliedern angenommen wird, zum Einen wegen der noch immer grassierenden Pandemie, zum Anderen wegen des Ausflugszieles. Denn es ging zur Erdfunkstation nach Raisting, und nicht jeder ist so technikaffin, gerade in unserem Alter. Aber wir wurden eines Besseren belehrt. Die Nachfrage war so groß, dass wir die Teilnehmerliste schon nach kurzer Zeit schließen mussten.

Und dann ging es los. Mit 3G Regel und Medizinmaske bei der Busfahrt starteten wir pünktlich vom Neptunbrunnen am alten Botanischen Garten in München. Unser Programmleiter Erich Wölfinger hatte seine "Mannschaft", bestehend aus der Hälfte Damen, teils auch aus dem Münchener Damenclub, gut im Griff. Nach seinen Begrüßungsworten meldete sich auch unser neuer Präsident Prof. Standl zu Wort. Er begrüßte die Revitalisierung unseres Clublebens und wünschte noch viele weitere, schöne und interessante Aktivitäten.

Nach einer einstündigen Busfahrt erreichten wir unser Ziel, die Erdfunkstelle Raisting wenige Kilometer von Weilheim entfernt am Südende des Ammersees gelegen. In der Römerzeit kreuzten sich hier die Verbindungsstraße von Italien nach Augsburg sowie die Straße von Kempten nach Salzburg. Dort wurden wir von unserem Guide Dipl.-Ing. Martin, der selbst im aktiven Dienst an der Stelle tätig war, empfangen. In anschaulichen Worten brachte er uns Nichttechnikern, angefangen von der Telefonie bis hin zur Satellitenkommunikation, die Erdfunkstation näher.

Im Jahr 1964 wurde dort die sogenannte Erdfunkstelle von der Deutschen Bundespost in Betrieb genommen. Das Radom, eine mit Luft gefüllte Kunststoffhülle ähnlich einem Luftballon, enthielt eine Parabolantenne mit 25 m Durchmesser, mit der man erste, weltweite Fernsehübertragungen und Telefonie per Satellit durchführen konnte. Später wurde die Anlage von der Unternehmenssparte T- Systems der Deutschen Telekom AG betrieben. Heute ist diese erste Anlage nicht mehr in Betrieb, wird aber derzeit als technisches Denkmal saniert.

Im Jahr 2006 wurde die Erdfunkstelle an das US-Telekommunikations-Unternehmen Emerging Markets Communications Inc. (EMC) verkauft. EMC stellt insbesondere im Auftrag von Hilfsorganisationen und verschiedenen Agenturen der Vereinten Nationen weltweit satellitengestützte Telekommunikationslösungen bereit. Derzeit sind sieben Großantennen und über 50 kleinere Antennen im Einsatz. Jede dieser Parabolantennen kommuniziert mit jeweils einem Satelliten und stellt damit den Kontakt zu anderen Kontinenten her. Raisting ist damit eine der größten Erdfunkstellen der Welt.

Nach so viel staunenswerter Technik hatten wir uns eine kräftige Stärkung verdient. Im Restaurant "Zur Post" ließen wir uns von der Wirtin mit bayerischen Schmankerl verwöhnen. Frisch gestärkt steuerte unser Busfahrer Alexander die Gemeinde Kochel am See an. Dort hat unser Programmleiter sich eine besondere Überraschung aufgespart. Er führte uns zu dem bekannten Bauerncafe "Zum Giggerer", wo wir uns an selbstgebackenen Kuchen in gemütlicher Atmosphäre laben konnten. In lebhaften Gesprächen ließen wir das am Vormittag Erfahrene noch einmal Revue passieren.

Mit vielen neuen Eindrücken kehrten wir zum Bus zurück und ließen uns vom Fahrer durch das schöne Oberland zurück nach München kutschieren. Wir hoffen alle, dass uns die Corona-Pandemie für unsere weiteren Aktivitäten keinen Strich mehr durch die Rechnung macht. Das Leben ist einfach zu schön.



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