Mai | STOA 169 - DAHC

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German-American Men's Club Munich
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Mai | STOA 169

Events > Jahr 2022

Veranstaltung
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Besuch der STOA 169

am Mittwoch, 18. Mai 2022








STOA 169

Text und Fotos:    Prof. Dr. Dieter Anselm  


Der Maiausflug des Deutsch-Amerikanischen Herrenclubs führte uns wieder einmal ins bayerische Oberland, genauer gesagt, nach Polling im Pfaffenwinkel. Dort wurde in den letzten zwei Jahren mitten in der Natur ein besonderes Kunstwerk errichtet, eine offene Säulenhalle, STOA 169 genannt.

Die Idee zur Säulenhalle kam dem Pollinger Künstler Bernd Zimmer 1990 bei einer Reise durch Indien, wo er die Säulenhallen der Hindutempel sah. Seine erste Idee war eine Künstlersäulenhalle mit 1000 Säulen zu errichten, die von verschiedensten Künstlern aus der ganzen Welt gestaltet werden sollte. Bald jedoch reduzierte er sie auf 169, also 13×13 Stelen. Als Bernd Zimmer endlich nach Jahren 2017 die Baugenehmigung für eine 50 x 50 Meter große Halle auf einer 3,5 Hektar großen Wiese erteilt wurde, setzte er die Idee um.

Neben der Zahl 169 wählte man den altgriechischen Namen Stoa. Eine griechische Stoa ist eine an der Rück- und meist auch an den Schmalseiten geschlossene Halle, deren offene Front durch Säulen gegliedert ist. Dadurch konnten Redner und Zuhörer vor Wetterunbilden geschützt werden.

Über 200 Männer und Frauen, jung und alt, einzelne Künstler oder kleine Künstlergruppen wurden weltweit eingeladen, eine Säule zu gestalten. Die Anzahl der tatsächlich teilnehmenden Personen reduzierte letztendlich die Säulenanzahl auf 11×11, also 121 mit jeweils 3,9 Metern Höhe und maximal 91 cm Durchmesser. Der Name STOA 169 wurde jedoch beibehalten.

Die internationalen, von einer Fachjury ausgewählten mehr als 100 Künstler, gestalteten je eine Säule, die in der Summe ein gemeinsames Dach tragen.  Zeitgenössische künstlerische Ideen und unterschiedliche kulturelle Auffassungen sollten so an einem Ort vereint werden. Sie repräsentieren ein „Zeichen der Solidarität und Völkerverständigung“. Die Einweihung des ersten Bauabschnitts mit 81 Säulen erfolgte am 13. September 2020. Obwohl alle Plätze der Säulen vergeben wurden, sind auch heute noch nicht alle Stelen fertiggestellt. Träger und Betreiber der STOA 169 ist die von Bernd Zimmer 2016 gegründete gemeinnützige STOA 169 Stiftung.

Der Hallenstandort selbst kann nur zu Fuß erreicht werden. So konnten wir in einem 15minütigen Spaziergang am idyllischen Flüsschen Ammer entlang das Ausstellungsgelände ansteuern. Der Charakter der Offenheit ist gewahrt, denn kein Zaun trennt die Säulenhalle von der freien Natur. Dort bekamen wir eine fachkundige Führung zur Geschichte dieses einzigartigen Kunstwerks. Herausragende Stelen wurden uns dabei im Detail erklärt.

Alle Teilnehmer des Ausfluges waren von der Idee und der Umsetzung des Projekts sehr angetan. Jetzt gab es viel zu erzählen und jeder hatte die Möglichkeit, seine eigenen Eindrücke an andere Teilnehmer weiterzugeben. Die Diskussionen endeten auch nicht während des Mittagessens im Restaurant “Zur Post” in Peißenberg.

Danach steuerte unser Fahrer den Bus durch die herrliche Landschaft des Ammerseegebietes zu unserem Kaffeestop am “Weßlinger See”, bevor er uns zur Landeshauptstadt zurückbrachte. Ein interessanter, empfehlenswerter Ausflug ging damit zu Ende.

                                                                                             Bilder durch Linksclick vergrößern

  
                                                   Eine von über 100 internationalen Künstlern errichtete                       Eine fachkundige Führung brachte uns die Idee und
                                                   Säulenhalle in freier Natur bei Polling, die STOA 169                          Geschichte der STOA 169 näher



  
                                          Besondere Stelen wurden von unserem Führer                          Eine zeitgemäße Säule vom deutschen Künstler
                                          im Detail erklärt. Hier: Die Säule des Drusenkünstlers               "Thomas Kilpper", der seine Idee in die Verszeile fasste:
     "Ovadia Alkara" aus Israel                                                           "We will not march back to what was, but move
                                                                                                                                               to what shall". (Bildmitte: Virologe Christian Drosten)                      
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