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Jun | Weißenburg

Events > Jahr 2022

Veranstaltung
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Das römische Weissenburg in Bayern

am Mittwoch, 15. Juni 2022



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Das römische Biriciana, das heutige Weißenburg

Text und Foto (1):    Prof. Dr. Dieter Anselm
Fotos (2), (3):           Karl-Heinz Mehring  


Es war wieder einmal so weit. Ein Ausflug nach Mittelfranken in das bayerische Weißenburg stand auf unserer Einladung. Um 8 Uhr ging es schon los, für Ruheständler eine " unchristliche Zeit", denn die Entfernung betrug immerhin über Ingolstadt rund 150 km.

Die Altstadt Weißenburgs zählt zu den beeindruckendsten Stadtkernen und Denkmalensembles der Region. Ausgehend von einer römischen Siedlung um das Kastell Biriciana – der Limes lag nur wenige Kilometer entfernt – wurde die Stadt 867 erstmals urkundlich erwähnt. Im frühen 14. Jahrhundert bekam sie den Status einer Freien Reichsstadt. Das historische Stadtbild wird geprägt von der weitgehend erhaltenen Stadtmauer, dem gotischen Rathaus, der Stadtkirche St. Andreas und dem Ellinger Tor.

Ziel unserer Reise in die Vergangenheit war die erst 1977 entdeckte große Thermenanlage der damaligen römischen Garnisonstadt. Biriciana hatte neben dem Kastell und den Außenlagern rund 1.000 Mann berittene Soldaten und 2.000 Einwohner. Eine für damalige Verhältnisse große Gemeinde. Alle Personen - Männer, Frauen und Kinder - besuchten die Thermen in den Jahren zwischen 100 und 250 n.Ch., bis die Römer nach den Alemanneneinfällen dieses Gebiet wieder aufgaben.

Wir hatten nun Gelegenheit, die wohl angenehmste Seite der römischen Kultur kennen zu lernen. Denn die Thermen der antiken Welt waren nicht nur ein Ort der luxuriösen Entspannung und Erholung mit den unterschiedlichsten Bademöglichkeiten und Wellnessangeboten, sondern auch einer der beliebtesten sozialen Treffpunkte. In einer ausführlichen Führung durch die Ausgrabungsstätte wurde uns alles bestens erklärt.

Kurz vor einem germanischen Überfall in den 250er Jahren n.Chr. wurde der „Weißenburger Römerschatz“, einer der prächtigsten Verwahrfunde in Deutschland, in der Nähe der Thermen vergraben. Erst 1979 wurde der Schatz wieder entdeckt und im Römermuseum zu Weißenburg ausgestellt. So hatten wir Gelegenheit alle Exponate dort in Augenschein nehmen zu können. Das auch dort untergebrachte Limes-Informationszentrum gab uns die Möglichkeit alles Wissenswerte zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ in Bayern zu studieren. Informationen zu den Kastellen und den am Limes stationierten Truppen erläutern die Situation an der Grenze vor 1800 Jahren.

Jetzt war es an der Zeit das Gesehene und Gehörte mit den Teilnehmern der Fahrt  auszutauschen. Dazu kehrten wir im Restaurant "Goldener Adler" am Marktplatz zu Weißenburg ein. Frisch gestärkt erkundeten wir danach das mittelalterliche Städtchen mit seinen herrlichen Fassaden und Bauten. Die bekannteste Toranlage der Stadtbefestigung von Weißenburg ist das Ellinger Tor. Es bildet den nördlichsten Teil der Weißenburger Altstadt. Der Hauptturm stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde um 1510 um das Vorwerk und zwei kleinere Türme mit geschwungenen Kuppelhauben erweitert. Gut sichtbar angebracht ist in der Mitte das Reichswappen. Dies war auch die Kulisse unseres Gruppenphotos.

Danach traten wir die Heimfahrt über Donauwörth und Augsburg an. Der obligatorische Zwischenstopp zur Kaffeezeit in Meitingen rundete unsere interessante Reise in die Vergangenheit ab.




(1) Besichtigung der römischen Therme in Weißenburg. Unser Eventmanager Erich Wölfinger (Mitte) bestaunt die römische Fußbodenheizung, das sog. Hypocaustum.
(2) Auch unsere zweite Gruppe bekam die Informationen
gleichermaßen mitgeteilt.
(3) Gruppenbild vor dem Wahrzeichen von Weißenburg,
dem Ellinger Tor. Der Reichsadler ist mittig angebracht.
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