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eeeDeutsch-Amerikanischer Herrenclub München e.V.
German-American Men's Club Munich
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Events > Jahr 2024

Veranstaltung
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Tassilo, Korbinian und der Bär
19. Juni  2024
 

Text Prof. Dr. Dieter Anselm
Fotos Prof. Anselm


2024 nimmt das Diözesanmuseum Freising das 1300-jährige Bistumsjubiläum zum Anlass, um in Kooperation mit dem Haus der Bayerischen Geschichte die große Landesausstellung „Tassilo, Korbinian und der Bär - Bayern und Freising um 724“ zu präsentieren. Dabei wird nicht nur die Geschichte des Bistumsgründers Korbinian, sondern auch die Zeit des frühen Mittelalters, von den Anfängen der Kirche in Bayern und vom Glanz der Agilolfinger-Herzöge, erzählt.

Dies war Anlass genug für den Deutsch-Amerikanischen Herrenclub sich auf den Weg nach Freising zu machen.



Die Teilnehmer am Ausflug zur bayerischen Landesausstellung 2024 im Diözesanmuseum in Freising


Das Ausstellungsmotiv zeigt ein Schlüsselereignis aus der Korbinianslegende: Auf dem Weg über die Alpen wurde der Heilige von einem Bären überfallen, der sein Packpferd riss.

Durch ein Wunder konnte Korbinian das Raubtier jedoch zähmen, das anschließend sein Gepäck brav bis nach Rom trug.

Als Demonstrationsobjekt wurde in der Ausstellung der 2006 in Bayern erlegte und danach ausgestopfte Braunbär "Bruno" gezeigt.

<< Der Führer erzählt die Geschichte "Korbinian und der Bär" (präparierter Bär "Bruno" aus dem Museum "Mensch und Natur"). (c) Privates Foto DAHC


Um das Jahr 724 herrschte in Bayern der Agilolfinger-Herzog Tassilo III. Er herrschte über ein Land, das sich zeitweise bis Südtirol, Oberösterreich, Kärnten und Slowenien erstreckte. Ein mächtiges Königreich der Bajuwaren war zum Greifen nahe. Doch der Agilolfinger konnten es mit dem Frankenkönig "Karl dem Großen" nicht aufnehmen. Das Schicksal Herzog Tassilos III. war mit dessen Abdankung besiegelt.

Ein Relikt aus dieser Zeit ist das Welterbe, der Tassilokelch, der als Leihgabe von Kremsmünster (Österreich) in der Ausstellung zu sehen war.


Der Tassilokelch aus Kremsmünster (Österreich) (c) Privates Foto DAHC

Nach so viel Geschichte war es Zeit eine Mittagspause einzulegen. Dazu führte uns der Weg in Freising auf den Weihenstephaner Berg in den Biergarten der ältesten noch bestehende Braustätte der Welt: Weihenstephan. Hier konnten wir bayerische Schmankerl genießen und uns über das Gesehene und Gehörte austauschen.

            Die Mittagsrast im Biergarten von Weihenstephan, der "Ältesten Brauerei der Welt".

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg in die Hallertau zum Besuch der katholischen Filialkirche Hl. Kreuzauffindung in Enghausen. Das sogenannte Enghausener Kreuz gilt derzeit als das älteste überlebensgroße Kruzifix.



... mit dem "Enghausener Kreuz", das wohl älteste, erhaltene lebensgroße Kruzifix der Welt aus dem Jahr um 890.
(c) privates Foto DAHC

Anlässlich der letzten Restaurierung in den Jahren 2004 bis 2006 wurde auch eine Altersbestimmung nach der C-14-Methode durchgeführt. Das Resultat ergab die ziemlich sichere Datierung auf das letzte Jahrzehnt des 9. Jahrhunderts, also um 890. Damit ist das Schnitzwerk wohl das älteste Monumentalkreuz überhaupt, das sich bis heute erhalten hat.

Das Kreuz entspricht der in der karolingischen Zeit üblichen Christusdarstellung ohne Dornenkrone. Während des Besuches von Papst Benedikts XVI. schmückte das Enghausener Kreuz am 10. September 2006 beim Gottesdienst in München Riem die Rückwand des Altars.

Nach diesem Kunstgenuss wendeten wir uns wieder den leiblichen Genüssen zu. Im Traditionscafe Grundner in Moosburg wurden wir mit köstlichen Torten und anderen Süßigkeiten verwöhnt, bevor uns unser altbewährter Fahrer Alexander wieder nach München zurückbrachte.
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