Jul | Walchensee - DAHC

eeeDeutsch-Amerikanischer Herrenclub München e.V.
German-American Men's Club Munich
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Jul | Walchensee

Events > Jahr 2023

Veranstaltung
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WALCHENSEE-MUSEUM UND HERZOGSTAND

am Mittwoch, 26. Juli 2023







Lovis Corinth - Der Künstler vom Walchensee
                                         
Text:      Prof. Dr. Dieter Anselm
Fotos:    Dr. Walter Held (1,2) und Prof. Anselm (3,4)

Der Monat Juli 2023 soll der heißeste und sonnenreichste Monat seit Aufzeichnung der Wetterdaten sein. Trotz dieses Umstandes war es dem Deutsch-Amerikanischen Herrenclub diesmal nicht vergönnt, seinen Sommerausflug ins Oberland bei Sonne durchzuführen. Über 40 Teilnehmer standen mit Regenschirmen am Neptunbrunnen und warteten auf den Bus. Mit kurzer Verspätung ging es los über die Garmischer Autobahn und später vom Kochelsee über die Kesselbergstraße nach Urfeld am Walchensee, unserem ersten Stop. Kurz vor unserer Ankunft hatte der Wettergott ein Einsehen mit uns und beendete den Schnürlregen.

Durch unser langjähriges DAHC Mitglied Dr. Hjalmar Heinen wurden wir aufgeklärt, dass in Urfeld am Walchensee ein privat geführtes Lovis Corinth Museum existiert. Dr. Heinen, inzwischen selbst dort mit Zweitwohnsitz ansässig, wählte zusammen mit unserem Eventmanager Erich Wölfinger deshalb dieses Ziel als unseren diesjährigen Sommerausflug.

Das Walchensee-Museum wurde zum 150. Geburtstag Lovis Corinths in Urfeld eröffnet. Es ist ein Projekt der Friedhelm-Oriwol-Stiftung und hat zum Ziel, Kunst, Kultur und Geschichte dieses Gebiets darzustellen. Ein bedeutender Teil der Ausstellung ist Lovis Corinth gewidmet. Aktuell sind in zahlreichen Räumen über zweihundert graphische Werke des Künstlers ausgestellt, der von 1918 bis 1925 in seinem Haus in Urfeld wohnte und dort die bedeutenden Walchensee-Bilder schuf. Diese waren auch wirtschaftlich für ihn ein großer Erfolg. Ölbilder von Corinth erzielen heute auf Auktionen Preise bis zu 500 Tausend Euro.

Lovis Corinth wurde 1858 in Tapiau nahe Königsberg in Ostpreußen geboren. Schon mit 16 Jahren entschloss er sich, Maler zu werden. Nach seiner Ausbildung arbeitete er vor allem in Berlin, wo er auch seine Frau Charlotte Berend kennenlernte. Das Haus in Urfeld wurde zum Rückzugsort des Künstlers, an dem er vor allem Landschaftsbilder, Porträts und Stillleben produzierte.

Nach eingehender Besichtigung und interessanten Informationen durch das Ehepaar Oriwol brachen wir zu unserem zweiten Stop des Tages auf. In einer vierminütigen Seilbahnfahrt schwebten wir vom Walchensee auf den 1.600 m hohen Herzogstand. Die Bergstation war zu diesem Zeitpunkt noch in den Wolken, aber schon während der kurzen Wanderung zum Herzogstandhaus verzogen sie sich und wir konnten den Walchensee und das Bergpanorama bewundern, genauso wie vor über 150 Jahren der Märchenkönig Ludwig II, dessen Lieblingsberg der Herzogstand war.

Jetzt war es Zeit das Bergrestaurant zu stürmen und die typisch bayerische Küche zu genießen. Frisch gestärkt warfen wir noch einen Blick zum Wetterstein- und Karwendel-Massiv, bevor uns die Gondel wieder ins Tal brachte. Aber Halt! Es fehlt noch unser obligatorischer Kaffee-Stopp am Nachmittag. Deshalb kehrten wir im »Grauen Bären« am Kochelsee ein. Bei Kaffee und Kuchen sowie vielen Gesprächen ging unser Sommerausflug zu Ende. Am Bus angekommen setzte, wie auf Kommando, der Regen wieder ein. Dieser konnte uns aber nichts mehr anhaben. Das war perfektes Timing.


Der deutsche Maler, Zeichner und
Grafiker
Lovis Corinth 1858 - 1925  (1)
Der Initiator des Lovis-Corinth-Museums
Friedhelm Oriwol zwischen
Dr. Hjalmar Heinen (li) und
Prof. Eberhard Standl (re)  (2)
Das Berggasthaus auf dem Herzogstand
mit den Mitgliedern
Dr. Heinen, Prof. Standl und Dr. Rückert
(li nach re)  (3)
Vor der Gondel der Herzogstand-Seilbahn
die Mitglieder Klaus Behrendt, Dr. Lutz Cleemann, Dr. Wolfgang Hunold und
Dr. Walter Held (li nach re)  (4)
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