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German-American Men's Club Munich
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Vereinsarbeit > Studenten (ab 18)


Auslandsaufenhalt in München
Unterstützt und gefördert durch den DAHC München e.V.
(c) Gazette 2024 - 01

Pia Winkler (Tuscaloosa - München)

Meine ersten Tage in Deutschland waren voller Jetlag, Zugfahrten und Gespräche mit neuen Menschen. Obwohl der Beginn des Semesters schon sehr aufregend war, wurde die Aufregung über mein neues Leben in München danach nur noch größer. Ich hatte bisher die Gelegenheit, die ganze Stadt zu entdecken und die reife Kultur und Geschichte aus erster Hand zu erfahren.

Obwohl ich ein bisschen Zeit dafür brauchte, habe ich das Gefühl, durch neue Hobbys und Freundschaften einen festen Anschluss an die Gesellschaft gefunden zu haben.

Manchmal gibt es Tage, an denen ich meine
Heimat und meine Familie vermisse, aber jetzt
kann ich mit Sicherheit feststellen, dass es zu
einmaligen Erlebnissen kommt, wenn man solche Herausforderungen überwindet.

Natürlich war mein erster Auftrag in
Deutschland das Kreisverwaltungsreferat aufzusuchen, was auch meine erste Begeg-nung mit der deutschen Bürokratie war. Ohne zu wissen, dass ich einen Termin online hätte vereinbaren sollen, musste ich zwei Stunden warten, mein erstes nervöses Gespräch auf Deutsch führen, und einen kleinen Moment der Panik erleben, als mir klar wurde, dass mein Mietvertrag ausgedruckt statt digital sein sollte.

Schließlich bekam ich meine Melde-bescheinigung und konnte anfangen, mein
neues Leben in München aufzubauen. Gleich danach musste ich häufig mit meiner Krankenkasse und meiner Bank telefonieren, und kaufte mir einen neuen Ordner, um all meine wichtigen Dokumente zu organisieren.
Dabei verbesserte ich nicht nur meine sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch mein Selbstvertrauen, und glaubte endlich, dass ich das Leben als Deutsche meistern könnte.
Da ich bereits während der High School ein Austauschjahr in Deutschland absolviert hatte, meinte ich, zu wissen, was mich an der Ludwig-Maximilians-Universität erwarten würde. Doch das Leben als Studentin ist voller Überraschungen. Alleine in einer großen Stadt zu wohnen war deutlich anders als bislang mit vier Mitbewohnerinnen in einer kleinen Universitätsstadt.

Zunächst war ich eingeschüchtert, weil ich niemanden
kannte, aber bald erkannte ich, dass es viele andere
internationale Studenten gibt, die genau wissen, was
ich durchmache. Ich begann, an Veranstaltungen teilzunehmen, die speziell für Austauschstudenten organisiert wurden, wie Spieleabende und Museumsbesuche, und schon bald fühlte ich mich in meiner neuen Umgebung viel wohler.

Mir wurde klar, dass es genauso einfach war, als Studentin neue Freunde zu finden, wie mich
meinem Sitznachbarn im Unterricht vorzustellen. Mit
dieser Mentalität konnte ich sogar in der U-Bahn oder in Cafés mit Einheimischen Gespräche führen. Ich bin froh, dass ich aus meinem Schneckenhaus herausgekommen bin und so viele neue Leute getroffen habe, mit denen ich mittags essen gehen, Weihnachtsmärkte besuchen und die bayerische Kultur erleben konnte.

In Bezug auf den Unterricht dauerte es ein bisschen
länger, mich daran zu gewöhnen. In den USA studiere
ich Mathematik und Deutsch, daher verbrachte ich
nur einen Teil der Woche im Deutschunterricht.

Nach meiner Ankunft in Deutschland war plötzlich alles auf Deutsch. Das war eine großartige Möglichkeit, meine Sprachkenntnisse zu verbessern, aber das konnte auch manchmal überwältigend sein. Meine Mathematikvorlesungen waren in der neuen Sprache leicht genug zu verstehen, aber mit den deutschen Studenten in meinem Literaturkurs mitzuhalten war schwieriger. Ich musste mich wirklich konzentrieren, um das richtige Gleichgewicht zwischen meinem Studenten- und Sozialleben zu finden.
Das war eine gute Gelegenheit, die vielen schönen
Bibliotheken in München zu entdecken, und eine
noch bessere Gelegenheit, an meinem Zeitmanagement zu arbeiten. Das Gefühl, mit meinen Klassenkameraden im Rückstand zu sein, machte die Sache nur komplizierter, aber ich musste einsehen, dass der einzige Weg, sich zu verbessern, durch harte Arbeit war, und harte Arbeit würde mich mit Stolz auf meine Sprach-kenntnisse belohnen.

Eines meiner Ziele für mein Austauschjahr
ist es, aktiv zu bleiben. Also beobachte ich nicht
nur den Sonnenaufgang bei frühmorgentlichen
Spaziergängen im Olympiapark und jogge durch
den Englischen Garten, sondern habe auch beschlossen, etwas Neues auszuprobieren.

Ich sah ein Flugblatt für das Roller-Derby-Team
von München an einem Schwarzen Brett hängen
und beschloss, es auszuprobieren. Rollschuhlaufen
ist etwas, das ich schon seit ein paar Jahren als Hobby mache, aber ich wusste nichts über Roller Derby. Also ging ich zu den wöchentlichen Trainings und stellte fest, dass alle unglaublich freundlich und ermutigend waren. Ich habe nicht nur viel über die Regeln des Roller Derby gelernt und meine Skating-Technik verbessert, sondern auch ein Gefühl von Gemeinschaft und Verbundenheit mit einer Gruppe gefunden, die ich als Studentin normalerweise nicht getroffen hätte. Ich hoffe, in meiner Heimatgemeinde ein Roller-Derby-Team zu finden und weiter zu skaten, wenn ich in die USA zurückkehre.

Jede Herausforderung im Ausland ist eine Lernerfahrung. Es ist nicht einfach, ein Leben hinter sich zu lassen, in dem alles vertraut und angenehm ist. Aber das Verlassen meiner Komfortzone hat mich zu einem enormen persönlichen Wachstum und unzähligen Erinnerungen an neue Freunde und Abenteuer geführt, die ich in den kommenden Jahren schätzen werde.


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Auslandsaufenhalt an der Stanford University
Unterstützt und gefördert durch den DAHC München e.V.
(c) Simon Wittner

Der Vorstand des DAHC München hat einstimmig einer Förderung des Studienaufenthaltes von Herrn Simon Wittner zur Durchführung des anhängenden Projektantrags an der Stanford University zugestimmt, und zwar basierend auf dem derzeit gültigen BaföG-Satz für die Monate von September bis einschließlich Dezember 2023.



Herr Wittner studiert derzeit am Center for Digital Technology and Management (CDTM) der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität München.
Seinen VSR Research Plan für sein Forschungsvorhaben an der Stanford University finden Sie  HIER
Simon Wittner: Abschlussbericht, München, 2024
In meinem Zwischenbericht habe ich bereits von meiner Anfangszeit in Stanford berichtet. Seitdem konnte ich nicht nur meine Forschungsarbeit intensiv vorantreiben, sondern auch die Besonderheiten des Lebens in Kalifornien weiter erkunden und tiefer in die inspirierende Kultur der Universität eintauchen.

Meine Forschung konzentriert sich weiterhin auf das aufregende Feld der Zeitreihenvorhersagen mit dem Hauptziel, datengetriebene und interpretierbare Ansätze zur Verbesserung von Energienachfragevorhersagen zu entwickeln. In den letzten Monaten habe ich intensiv an neuen Methodiken gearbeitet, um die Ursachen von Vorhersagefehlern auf mehreren Ebenen der Energienachfrage zu identifizieren.

Die Fortschritte in meiner Arbeit ermöglichten es meinem Team und mir, relevante Zusammenhänge zwischen bestimmten Knotenpunkten im Stromnetz und hohen Vorhersagefehlern herzustellen. Ebenso konnten wir signifikante Zusammenhänge zwischen bestimmten Ereignissen, wie beispielsweise Wetterereignissen, sowie demographischen Daten und Vorhersagefehlern feststellen.

Ein bedeutender Meilenstein war die erfolgreiche Validierung unserer neuen Ansätze in Zusammenarbeit mit unserem Projektpartner. Diese Erkenntnisse haben nicht nur dazu beigetragen, die Gründe für Vorhersagefehler besser zu verstehen, sondern ermöglichten auch konkrete Verbesserungen für unsere Vorhersagemodelle. Ich bin zuversichtlich, dass wir zeitnah weitere Fortschritte erzielen können und hoffe auf eine vollständige Integration unserer Modelle in das Tagesgeschäft unseres Projektpartners.

Neben meiner Forschung konnte ich die Kultur Kaliforniens weiter erkunden. Abgesehen von beeindruckenden Ausflügen nach San Diego, Arizona und Nevada stelle ich auch größere Unterschiede zum Leben in Deutschland fest. Während meiner Aufenthaltsdauer habe ich die Vorzüge des europäischen Lebensstils, darunter die Spontanität im Alltag, die Freiheit, sich ohne ständige Abhängigkeit vom Auto fortzubewegen, und den besseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, besonders zu schätzen gelernt.

Insbesondere die große Kluft zwischen ärmerer und wohlhabender Bevölkerung irritiert mich im Alltag. In den Vororten des Silicon Valleys begegne ich Menschen mit erheblichem finanziellen Wohlstand, während ich gleichzeitig sehr großes Elend in den Straßen von San Francisco wahrnehme.

Nichtsdestotrotz genieße ich meinen Aufenthalt sehr. Ich werde noch bis Ende April in Stanford leben und meine Forschung vorantreiben. Für die Förderung durch den Deutsch-Amerikanischen Herrenclub bin ich sehr dankbar und freue mich auf ein Wiedersehen in München!

Simon Wittner: Zwischenbericht, München im November 2023

Im Rahmen meines Masterstudiums in München eröffnete sich für mich die Gelegenheit, mein Studium mit einem Forschungsaufenthalt an der Stanford University im Silicon Valley abzuschließen. Inzwischen lebe und arbeite ich bereits seit zwei Monaten in dieser faszinierenden Umgebung, und meine bisherige Zeit hier hat meine Erwartungen übertroffen.

 
Während meiner Forschungsarbeit konzentriere ich mich auf das spannende Feld der Zeitreihenvorhersagen. Das Hauptziel meiner Forschung besteht darin, datengetriebene und interpretierbare Ansätze zur Verbesserung der Vorhersagen der Energienachfrage zu entwickeln. Ein gängiges Problem bei den aktuellen Vorhersagemodellen ist ihre oft geringe Interpretierbarkeit, was es schwierig macht, die Gründe für hohe Vorhersagefehler nachzuvollziehen.

 
In meiner Arbeit arbeite ich an neuen Methodiken, um die Ursachen von Vorhersagefehlern auf mehreren Ebenen der Energienachfrage zu identifizieren. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, besser auf Extremereignisse wie beispielsweise Covid19-Lockdowns und Extremwetterereignisse zu reagieren, mit dem ultimativen Ziel, die Integration von erneuerbaren Energiequellen in das Netz zu vereinfachen. Ich konnte in einem ersten Meilenstein bereits erfolgsversprechende Ergebnisse produzieren und ich hoffe auf eine baldige wissenschaftliche Veröffentlichung meiner Forschungsresultate.

Die von uns verwendeten Methodiken basieren auf dem Neural-Prophet-Modell, einem hybriden Ansatz, der auf statistischen und Daten getriebenen Methoden aufbaut. Neben meiner Forschungsarbeit arbeite ich auch daran, dieses Modell an die aktuellen Bedürfnisse anzupassen und weiterzuentwickeln.

 
Abseits meiner Forschung genieße ich das Leben auf dem Stanford-Campus in vollen Zügen. Hier bieten sich mir besondere Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Ich bin bereits Mitglied im University Swimming Club und konnte an einem Wettkampf gegen UC Berkeley teilnehmen. Ebenso inspirierend ist der Austausch mit den vielen interessanten, internationalen und hochengagierten Mitstudierenden, die ich hier in Vorlesungen und auf vielen Events treffe. Es ist für mich eine bemerkenswerte Erfahrung, so viele Menschen mit einem Hintergrund und Interesse an künstlicher Intelligenz an einem Ort zu treffen.

 
An den Wochenenden habe ich bisher die Gelegenheit genutzt, die Schönheit Kaliforniens zu erkunden. Dabei konnte ich beeindruckende, jahrhundertealte Redwood-Bäume im gleichnamigen Nationalpark bewundern, die atemberaubende Landschaft am Lake Tahoe genießen und entlang des Highway 1 die entspannte Atmosphäre des kalifornischen Lebensstils erleben.

 An dieser Stelle möchte ich meine aufrichtige Dankbarkeit gegenüber dem Deutsch-Amerikanischen Herrenclub zum Ausdruck bringen. Ohne ihre großzügige Unterstützung wäre mein Aufenthalt in dieser Form nicht realisierbar gewesen.


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FORSCHUNGSAUFENTHALT AN DER  STANFORD UNIVERSITY
Unterstützt und gefördert durch den DAHC München e.V.

ZWISCHENBERICHT:   Julio Arend,  München, 19. Mai 2023




Während meines Forschungsaufenthalts in Stanford fiel der Fokus insbesondere auf mein Forschungspraktikum und meine Masterarbeit, welche sich um die Anwendung eines innovativen Programmes zur Vorhersage von Zeitserien namens NeuralProphet dreht.

NeuralProphet wurde von meinem Betreuer Oskar J. Triebe, einem Doktoranden am Stanford Sustainable Systems Lab unter der Leitung von Prof. Ram Rajagopal, entwickelt und baut auf den Grundlagen von Facebook Prophet auf, bietet jedoch eine höhere Genauigkeit und viele weitere Funktionalitäten. Im Mittelpunkt meines Projekts steht die Nutzung von NeuralProphet für die Vorhersage des Energiebedarfs einer Region der Vereinigten Staaten von Amerika. Unser Projektpartner, ein Energieversorger im Mittleren Westen der USA, hat uns Daten auf verschiedenen Aggregationsebenen zur Verfügung gestellt, einschließlich der Ebene der Load Balancing Authority (LBA) und der Electricity Pricing (EP) Nodes. Die Herausforderung bestand darin, neue Prognosemethoden zu entwickeln, um die Probleme zu lösen, mit denen unser Projektpartner konfrontiert ist. Aufgrund der Energiekrise, COVID-19, Konflikten und Kriegen, sowie der zunehmenden Durchdringung des Netzes mit erneuerbaren Energien, die natürliche Schwankungen verursachen, scheitern herkömmliche statistische Prognosen bzw. Vorhersagemethoden aktuell oft, insbesondere zu bestimmten Tages-/Jahreszeiten.

Derzeit habe ich einen wichtigen Meilenstein in meinem Projekt erreicht, indem ich einen Vorhersagealgorithmus entwickelt habe, der der Leistung unseres Projektpartners entspricht und gleichzeitig die Interpretierbarkeit und Erklärbarkeit der Ergebnisse bewahrt. Die Interpretierbarkeit der Vorhersageergebnisse ist für unseren Projektpartner von größter Bedeutung, da kostspielige Entscheidungen über Energiereserven und Abschaltungen von den Prognosen abhängen. Im schlimmsten Fall sind Energieausfälle zu verantworten.

Mein nächstes Ziel ist es, den Algorithmus zu erweitern, um Prognosen für EP-Knoten zu ermöglichen. Bei EP-Knoten handelt es sich um granularere Aggregationen von Energiebedarfen, die aus einer Ansammlung von Haushalten und anderen kleinen Energieverbrauchern bestehen. Obwohl unser Projektpartner keine Prognosen für EP-Knoten verwendet, bietet ihre größere Granularität das Potenzial, wertvolle Erkenntnisse für die Diagnose von Fehlern in bestehenden Prognosealgorithmen auf LBA-Ebene zu liefern. Mein primäres Ziel ist es, durch diese Erweiterung zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen.

Zusätzlich zu meiner Masterarbeit arbeite ich aktiv im NeuralProphet-Entwicklungsteam mit, wo ich Fehler behebe, das Framework pflege und neue Funktionen hinzufüge, die auf Benutzeranfragen oder meinen eigenen forschungsgetriebenen Ideen basieren. Mit über 1,2 Millionen Downloads verfügt NeuralProphet über eine beachtliche Nutzerbasis.

Während meines Forschungsaufenthalts in Stanford hatte ich außerdem die Gelegenheit, an verschiedenen Netzwerkveranstaltungen, Hackathons und anderen interessanten Aktivitäten teilzunehmen. Einige bemerkenswerte Veranstaltungen waren Treehacks, ein Hackathon auf dem Stanford-Campus, der von angesehenen Organisationen wie OpenAI und YCombinator gesponsert wurde. Außerdem nahm ich an einem Startup-Networking-Event in San Francisco teil, das von Sudolabs organisiert wurde, einer Plattform, die IT-Talente mit Kunden in den USA zusammenbringt. Im November 2022 hatte ich die Gelegenheit, an der San Francisco Tech Week teilzunehmen, wo ich das Büro eines web3-Startups besuchte und an einer Networking-Veranstaltung auf der Terrasse des Büros teilnahm. Dort konnte ich wertvolle Gespräche mit Investoren, Gründern und Tech-Enthusiasten aus San Francisco führen.

Außerdem nahm ich an Kamingesprächen mit einflussreichen Persönlichkeiten wie Herman Narula, CEO von Improbable und Autor von "Virtual Society", teil, der seine Erkenntnisse über das Metaverse und seine potenziellen Auswirkungen auf unsere Welt mit uns teilte. Ein weiteres denkwürdiges Kamingespräch fand mit Steve Johnson, dem Vizepräsidenten für Design bei Netflix, in der Stanford Design School statt. Außerdem hatte ich das Privileg, an verschiedenen Vorträgen von YCombinator und OpenAI teilzunehmen, die sich mit Startup-Ideen und den Fortschritten in der Chatbot-Technologie (bzw. LLMs oder Large Language Models) befassten.

Um meinen Horizont zu erweitern und über aufkommende Trends auf dem Laufenden zu bleiben, nahm ich an der SF Climate Week teil, einer Online-Veranstaltung, bei der Tech-Enthusiasten zusammenkamen, um Vorträge zu hören und Unternehmen zu entdecken, die im Bereich der Nachhaltigkeit tätig sind. Außerdem nahm ich an einer von der San Jose State University organisierten Netzwerkveranstaltung teil, deren Ziel es war, die POC-Community (People of Color) zu stärken. Auf der Veranstaltung hielt der Leiter der KI-Abteilung von Ford eine Rede, die wertvolle Einblicke und Anregungen bot.

Schließlich hatte ich die Gelegenheit, an verschiedenen unterhaltsamen Aktivitäten auf dem Campus teilzunehmen, wie z.B. an Sportveranstaltungen, Tanzstunden und dem berühmten Stanford Wiener Ball. Außerdem nahm ich an einem Fußballturnier teil und  belegte am Ende den vierten Platz.

Insgesamt war mein Forschungsaufenthalt in Stanford sowohl in akademischer als auch in sozialer Hinsicht unglaublich bereichernd. Ich konnte mich intensiv mit meiner Masterarbeit befassen, zur Entwicklung von NeuralProphet beitragen und mich durch Networking-Veranstaltungen aktiv mit der lebendigen Stanford- und Silicon Valley-Community auseinandersetzen.

Ich möchte dem DAHC von ganzem Herzen für seine großzügige Förderung und unermüdliche Unterstützung während meines Forschungsaufenthalts in Stanford danken. Ich bin mir des Privilegs bewusst, das mir durch seine Unterstützung zuteil wurde und das es mir ermöglichte, mich in bahnbrechende Projekte zu vertiefen, an aufschlussreichen Networking-Veranstaltungen teilzunehmen und mich mit einer lebendigen Gemeinschaft von Wissenschaftlern und Innovatoren zu beschäftigen. Die unschätzbaren Erfahrungen, die ich sowohl in akademischer als auch in sozialer Hinsicht sammeln konnte, haben meine Entwicklung nachhaltig geprägt und meine Perspektive bereichert. Ich bin dem DAHC aufrichtig dankbar für diese unglaubliche Chance.

Julio Arend

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BERICHTE AMERIKANISCHER STUDENTEN ÜBER IHREN
USA - AUSTAUSCH SS 2021
Lisa Thiergart von der TUM, studierte Informatik an der Georgia TEC, zusammen mit Jackson Harmon
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Liebe Damen und Herren des VDAC,

es ist mir ist es eine große Freude Ihnen von meinem Austauschjahr 2021 an der GeorgiaTech zu berichten. Trotz aller Corona-Widrigkeiten erhielt ich (etwas abenteuerlicherweise) im Januar genau einen Tag vor Abflug noch mein Visum – und somit ging die Reise los!

Das erste Semester wohnte ich auf dem Campus mitten im belebten Midtown-Atlanta. Obwohl das Frühlingssemester erstmal virtuell losging, fühlte ich mich sehr willkommen geheißen, und es gab viele Möglichkeiten Mitstudierende kennenzulernen. Ich trat der Damen-Ultimate-Frisbee-Mannschaft bei und konnte auch durch das Abenteuersportangebot der Uni viele amerikanische Studierende kennenlernen. Die Tagesausflüge zum Wildwasserkayaken, Cascading (Abseilen durch Wasserfälle) und Höhlenklettern waren sowohl nervenkitzelnd als auch sehr zusammenschweißend!

Im Unterricht gefiel mir besonders gut, dass die Professoren sich viel Zeit nahmen mit interessierten Studenten zu diskutieren und auf deren Ideen einzugehen. Es war ein sehr motivierender und unterstützender Lernbetrieb, welcher sehr auf den Studenten ausgerichtet war. Ich freute mich besonders viele Fächer im Schnittbereich der Neurowissenschaft und Informatik belegen zu dürfen. Es faszinierte mich sowohl theoretisch zu lernen als auch äußerst anregende Projekte ausführen zu dürfen: In einem Kurs simulierte ich, wie das menschliche Gehirn herausfindet, in welche Richtung sich Objekte bewegen, die durch unser visuelles Feld fliegen!

Es bereitete mir viel Freude an den Wochenden die Stadt mit Ihrer Geschichte besser kennenzulernen. Besuche beim Krog Street Market, High Museum of Art, Atlanta Philharmonic und Piedmont Park zeigten die kulturelle Seite der Stadt, welche mittlerweile eine boomende Film- und Musikindustrie hat. Eine Civil-Rights-Fahrradtour der Uni führte an die Geburtsstätte von Martin Luther King, erklärte die strategische Rolle von Atlanta im Civil War und zeigte auch die Zeichen der in gewisser Weise modernen Version der Bürgerrechtsbewegung: Viele ‘Black Lives Matter’ Poster hingen in den Fenstern und Statuen von Confederate-Generälen waren eingezäunt.

Im Sommer reiste ich zwei Wochen zum Surfen nach Florida und konnte sogar einen SpaceX Raketenstart sehen! Dann holten mich Studienfreunde für unseren Roadtrip ab: zwei Deutsche und ein Amerikaner, alle Ingenieure, die sich beim Georgia Tech kennenlernten. Wir reisten durch 16 Bundesstaaten die Ostküste hoch – von Florida bis nach Maine. In Boston besuchten wir auf Empfehlung von Uli Dornseifer das Boston-Union-Oyster-Haus! Es war unglaublich Tag für Tag die Vielfalt dieses Landes wahrzunehmen: die sich ändernde Natur und Vegetation, die wechslenden Charakter der Städte und die unterschiedlichen Lebenseinstellungen und -situationen der Menschen, die wir auf dem Weg kennenlernten. Diese Reise war nicht nur von den persönlichen Erlebnissen her unvergesslich, sondern erlaubte mir ein Stück weit einen Einblick in die amerikanische “Volksseele” und ich habe das Gefühl etwaige politische Unterschiede zu Deutschland besser nachvollziehen zu können.

Im Anschluss begann ich mein Sommerpraktikum in Robotik in Atlanta – in dem ich an einem durch Gehirnströme kontrolliertem Mars-Fahrzeug arbeitete. Besser hätte ich mir das wirklich nicht wünschen können. Nach dem Sommer verstehe ich allerdings, warum man Atlanta auch ‘Hot-lanta’ nennt! :
Da mir das Frühlingssemester so gut gefallen hatte, entschloss ich mich noch das 2. Semester mitzunehmen. Dieses Präsenzsemester erlaubte mir den normalen Studienbetrieb kennenzulernen, und ich war fasziniert vom breiten Angebot des Campuslebens. Neben meiner Forschung durfte ich total spannende Master und PhD-Kurse im Bereich KI, Kognitionswissenschaft und Computer Vision belegen. Es war beeindruckend sehr angewandt zu lernen und zugleich im direkten Diskurs mit Professoren an der Vorfront Ihres Forschungsgebietes zu stehen. An den Winterwochenenden reiste ich nach Chicago (zu einer Konferenz), Florida (zu den Southwest Frisbee Regionals mit der Mannschaft!) und nach Berkeley, San Francisco und Los Angeles. Es imponierte mir sehr in Berkeley etliche Start-Ups kennenzulernen und spontan an einem Investor-Dinner teilzunehmen. Es ist wirklich bemerkenswert, wie sehr die unternehmerische Kultur die Lebensweise dieser Region prägt. Ein großes Highlight im Winter war das Thanksgiving mit der Familie meiner Mitbewohnerin. Ich brachte Käsespätzle mit und es war so ein wertvoller Moment mit so vielen herzlichen Menschen dieses traditionsreiche Fest feiern zu dürfen.
Nun blicke ich sehr glücklich auf ein unvergessliches Jahr zurück, und bin Ihnen, den Damen und Herren des VDAC, sehr dankbar, dass Sie mir diese Möglichkeit schenkten. Ich nehme nicht nur Freundschaften fürs Leben mit, sondern auch prägende Erlebnisse – für meine Weltanschauung und akademische Karriere – und eine Überzeugung die deutsch-amerikanische Freundschaft zu pflegen und aktiv zu leben.

Mit ganz herzlichen Grüßen,
Lisa

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BERICHTE AMERIKANISCHER STUDENTEN ÜBER IHREN
GE - AUSTAUSCH 2018 / 2019

Milena Kagel Aus Oberlin, Ohio, studierte Geschichte an der LMU in München

Oberlin College, Class of 2020

Mein Name ist Milena Kagel. Ich komme ursprünglich aus Georgia und bin jetzt in meinem letzten Jahr an Oberlin College in Ohio. Ich studiere Geschichte, Russisch und Deutsch. Ich habe die letzten zwei Semester als VDAC-Austauschstudentin an der LMU studiert.

Ich habe mein Austauschjahr in München wirklich sehr genossen. Ich bin jetzt wieder an der Uni zuhause, aber habe viele schönen Erinnerungen und blicke immer gerne zurück.

Im ersten Semester musste ich erstmal an der deutschen Uni (und deutschen Bürokratie) gewöhnen. Nach einer Zeit habe ich mich aber gut eingelebt. Im zweiten Semester war ich sehr froh, mich in München und an der Uni ein bisschen besser ausgekannt zu haben. Ich habe viele interessante Kurse belegt und habe viele Fortschritte sowohl bei meinem Deutsch, als auch bei meinem Russisch gemacht.

In diesem Jahr habe ich viele schöne und auch sehr einzigartige Erfahrungen gemacht, wie zum Beispiel in die Alpen zu fahren, Freunde aus aller Welt zu machen und im Februar an den Magnolienball teilnehmen zu können.

Das Studentenleben in Deutschland hat mir sehr gut gefallen, weil die Studenten etwas selbstständiger leben als in Amerika und auch, weil das bei einem kalten Augustiner diskutieren oder debattieren irgendwie zur Hochschulbildung doch gehört. Obwohl ich es am Anfang seltsam gefunden habe, dass es meistens keine Anwesenheitsliste im Unterricht gab, bin ich jetzt dankbar, dass ich die Selbstmotivation gelernt habe.

Ich bin froh, wieder zuhause zu sein, aber ich werde München wirklich sehr vermissen, besonders den Englischen Garten, meine Freunde, und die tollen Reisemöglichkeiten in Europa. Zu Hause werde ich noch ein Jahr weiter studieren und meine Bachelorarbeit über die Geschichte der DDR schreiben. Ich hoffe, später einen Master in Deutschland zu machen.

Milena Kagel
Oberlin College, Class of 2020

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BERICHTE AMERIKANISCHER STUDENTEN ÜBER IHREN

GE - AUSTAUSCH 2017 / 2018


Von links:   Alexandra Challenger, John Grant Fentum, Rachel Dodson

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Alexandra Challenger
Aus Florida, studierte als PhD Studentin Kunstgeschichte an der LMU in München

Während meiner Zeit in München waren einige von meinen komischen Hobbys die Bummel durch die alten und schönen Kirchen in der Stadt sowie die Umgebung. Freunde, die erwarteten, der Englische Garten anzuschauen, schauten auch die Frauenkirche und Asamkirche an. Es ist nicht unbedingt die Religion, die mich lockt, sondern die Art, bei denen jedes Gebäude ein bemerkenswerter Schnappschuss der Geschichte der Stadt ist. Kirchen sind komplizierte Gebäude und sind oft aufgebaut, wiederaufgebaut und erneuert über Jahrhunderte. Einige haben antike Gebäudefundamente mit mittelalterlichen Mauern und Renaissanceinnenräumen. Sie beinhalten Grabinschriften für wichtige Figuren der Geschichte der Stadt—von wohlhabenden Kaufleuten bis Heiligen und politischen Figuren. Sie haben auch großartige Altartafeln, alte Skulpturen und komplizierte Reliquiare aus Gold und Silber. Jede Kirche ist unterschiedlich und ergibt die Tiefe von Geschichte in einem bestimmten Ort.

Ich erwähne meine Faszination mit Kirchen, weil sie eine der bemerkwertesten Teile vom Leben für ein Jahr in Deutschland für mich war. Die Geschichte ist tatsächlich überall und auch in den kleinsten Städten, davon ich noch nie gehört hatte, bevor ich nach Deutschland kam, bin ich überrascht, herauszufinden, dass wichtige Ereignisse dort stattfand. Vielleicht war ein Dorf die Heimat eines bekannten Wissenschaftlers oder Schriftstellers. Vielleicht gab es dort eine große Schlacht oder Goethe schrieb einen Roman in eine der Gebäuden. Dieser ist ein großer Unterschied zwischen der gut dokumentierten europäischen Geschichte und der ziemlich neuen Geschichte der USA. In den USA sind die Städte viel junger und oft haben nicht die gleiche historische Resonanz wie europäische Städte. Das war mich faszinierend, denn ich hatte ein Gefühl von Entfernung von der Geschichte, wenn ich Geschichte als eine amerikanische Studentin studiert und die Geschichte in Büchern las, statt sie direkt zu erfahren. Für mich könnte die Geschichte endlose Listen von Daten und Ereignissen sein, die keine Verbindung mit einander hatten. Trotzdem habe ich eine neue Anerkennung seit dem Anfang meiner Zeit in Deutschland, mit der ich die Faktoren erkenne, die die Identität eines Ortes prägen, und wie diese Identitäten in der Landschaft einer Stadt dargestellt sind.

Eigentlich bin ich immer über die tiefe Fähigkeit verwundert, mit der Menschen über ihre Heimatstädte in Deutschland sprechen können. Ich habe meine Nachbarin locker über die Stadt, in der ihre Familie wohnt, gefragt und diese einfache Frage wurde schnell eine lange Besprechung über der bayrischen Geschichte. Da sie in der Nähe von München aufgewachsen ist, hat sie eine tiefe Erkenntnis von der Geschichte der Region und die Rolle, die ihre Familie in der Geschichte spielt. Überall wo ich reise, begegne ich ähnlich gebildeten Menschen, die mir über dem besonderen Essen, den historischen Orten und Ereignissen erzählen, die ihre Region prägen.

Meine Besuche an so vielen verschieden historischen Städten (sowie das Leben in einer) haben mein Verständnis von der Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf der Gegenwart geprägt. Ich denke aber auch über meine Behandlung meiner eigenen Kultur und Geschichte in den USA. Vielleicht weil ich nicht so viel gereist in den USA als in Deutschland bin, dachte ich wenig über die besonderen Eigenschaften, die die amerikanische Identität prägen. Immer noch schlimmer ist, dass ich die Kleinheit und Bedeutungslosigkeit meiner Region ablehnte, anstatt die Region als interessant und einzigartig zu erkennen und feiern. Da ich Zeit in einem anderen Land verbrachte, habe ich jetzt die Möglichkeit, nicht nur eine andere Kultur zu verstehen, sondern auch mein Verständnis meiner eigenen Gesellschaft zu verbessern. Diese Verbesserung ist wichtig, weil man seine Rolle in der Gestaltung der Geschichte nur verstehen kann, wenn man seine eigene Geschichte versteht. Ich bewundere die Hingabe in Deutschland, seine Geschichte zu teilen und erhalten, als eine Methode für die Bildung der zukünftigen Menschen und ich bin dankbar für den Einblick, den ich jetzt für meine eigene Kultur und Identität habe.  
   
John Grant Fentum
Aus Arizona, studierte Germanistik und Computerwissenschaften an der LMU München

Der Rückblick auf meineZeit in Deutschland erinnert mich an ine Kommentar, den ich Anfang dieses Monats zu einem Freund machte: “Ich mag in Amerika aufgewachsen sein, aber ein Erwachsener wurde ich in Deutschland“. Obwohl dies nicht mein erstes Jahr war, in dem ich allein lebte, war es das erste Mal, dass ich vollständig von meiner Familie getrennt war und dass ich alles allein bewältigen musste. Registrierung für ein Visum, meine Universität, ein Bankkonto und eine Versicherung, alles in Deutschland nahm mir wetgehend meine gewohnte Bequemlichkeit. All diese Aktivitäten waren terminiert und mussten schnell erledigt werden, als ich in Deutschland ankam und ich wurde ins kalte Wasser des Lebens in einem anderen Land geworfen. Als ich dann etabliert war, konnte ich Deutschland schließlich so erleben, wie ich mir das erhofft hatte. Freunde treffen, Veranstaltungen besuchen, das Land bereisen, all das trug bei zu den erinnerungswertesten Jahren meines Lebens.

Wie jeder, der sich in ein neues Land begibt, war ich begierig, neue Freunde zu gewinnen, als ich ankam. Glücklicherweise war ich nicht der einzige, der gerade von zu Hause ausgezogen war und es gab viele Leute wie mich, die wie ich mit anderen Leuten sprechen wollten. Meine technischen Geschicklichkeiten waren hilfreich dabei, mit anderen in Kontakt zu kommen. Ich schnappte oftmals Unterhaltungen über fehlerhafte Internet Router und andere Computerprobleme auf und bot meine Unterstützung an. Mit technischen Unterstützungsleistungen während der ersten Monate konnte ich eine Gruppe von Freunden formen, die während unserer ganzen Zeit hier zusammen blieben. Zusammen reisten wir durch Deutschland, nach Österreich und besuchten Veeranstaltungen wie das StuStaCulum in München und das Weihnachtsfest in Salzburg. Wenn wir nicht auf Reisen waren, konnten wir im Englischen Garten sitzen, Karten spielen und die einmalige Atmosphäre Münchens genießen.

Obwohl ich viel allein und mit Freunden gereist bin, waren einige der besten Trips die zu VDAC Seminaren mit anderen amerikanischen Studenten. Für alle von uns, die wir periodisch zusammenkamen war dies eine große Abwechslung. Obgleich die meisten von uns aus verschieden Staaten kamen, waren wir alle überwältigt von der Erfahrung in einem neuen Land zu sein. Wir alle hatten die gleichen Probleme und wir konnten sie auf diese Weise ntensiver diskutieren. Einige meiner Lieblingserinnerungen an diese Trips waren die, bei denen ich ein Stück weit meine Gewohnheiten verließ und einien verrückten Ideen zustimmte. Eine solche Idee war eine 6 Stunden wanderung nach Steinbach als erstes an einem Freitag Morgen. Da ich in Colorado in nächster Nähe zu den Rocky Mountains lebe, war eine lange Wanderung leicht zu akzeptieren, aber das Timing für den Start der Wanderung war besonders schwierig für mich. Der Zug, den ich nehmen musste, fuhr um 3:00, aber Busse und U-Bahnen starteten ihren Betrieb nur kurz vorher. Also nahm ich die letzte U-Bahn zum Hauptbahnhof und blieb die ganze Nacht wach, um den Zug nach Steinbach zu erreichen. Obwohl ich todmüde war, als wir die Jugendherberge erreichten, war ich doch froh, dass ich es gemacht habe.

Alle diese Erfahrungen haben mich über das Jahr geformt und geholfen, mich aus meiner beengten Hülle zu befreien. Ich fühle mich viel reifer und selbstsicherer als vor diesem Jahr und meine Zeit in Deutschland hat mir die Augen für eine ganz neue Perspektiveauf die Welt geöffnet. Es wird interessant sein, die Unterschiede zwischen diesem Jahr und künftigen Reisen nach Deutschand zu erleben und die ersten wenigen Monate miteinander zu vergleichen. Ich fühle mich unglaublich glücklich, dass ich ein ganzes Jahr in München leben konnte und ich bin dankbar für all die Erfahrungen, die ich machen konnte. Obwohl ich mich sehr auf meine Familie und meine Freunde in den Vereinigten Staaten freue, hoffe ich doch sehr, mit meinen in diesem Jahr gwonnenen Freunden in Kontakt zu bleiben und sie das nächste Mal, wenn ich wiederkomme, zu sehen.   

Rachel Dodson
Aus Alabama, studierte Germanistik an der Universität Augsburg
 
Das Ende meiner Zeit in Augsburg! Es gibt wahrscheinlich kein besseres Gefühl als ein schwieriger Anfang mit einem guten Ende. So würde ich meine Zeit in Deutschland beschreiben. Am Anfang des Jahres dachte ich, dass ein ganzes Jahr in Deutschland unmöglich war. Im August war Juli wie eine Licht am Ende des Tunnels, die nie kommen würde. Ich wollte aufgeben, aber das war natürlich keine Möglichkeit.  Mit der Unterstützung meiner Familie, Freunden und Ansprechpartnern habe ich das Jahr durchgehalten. Meine Einstellung zu Augsburg und zum Leben in Deutschland insgesamt ist seit März komplett verändert. Der Wendepunkt meines Jahres war natürlich das Ergebnis meines TestDAFs, das mir die Möglichkeit gab, mich an der Uni Augsburg anzumelden. Danach hatte ich das Gefühl, als ob eine Last von meinen Schultern genommen wurde und meine Zeit in Deutschland ganz angenehm wurde.

Ich bin glücklich, dass ich ein Semester an einer deutschen Universität studieren konnte, da ich selbst die Unterschiede mit amerikanischen Universitäten erfahren habe. Ich erwartete nicht, dass die Unterschiede so stark wären. Es gibt viel mehr Unabhängigkeit für die Studierenden und man hat mehr Freiheit mit der Wahl von Kursen. Es gab auch viel mehr Unabhängigkeit im Klassenzimmer, da die Seminare und Vorlesungen, die ich genommen habe, von die Studierenden geleitet waren. Dieses System hat mir gut gefallen, weil ich fand, dass die Selbstständigkeit eine entspanntere Atmosphäre erschafft. Durch meine Zeit an der Universität habe ich viele neue Menschen kennengelernt, die aus vielen verschiedenen Ländern kommen. Ich freue mich, dass ich die Möglichkeit in der Zukunft habe, meine neuen Freunden zu besuchen. Ich bin ganz dankbar, nicht nur für die neuen internationalen Kontakte, sondern auch für die neuen Freundschaften, die dauern wird, trotz der großen Entfernung.

Die besten Erfahrungen, die ich in Deutschland hatte, waren die Reisen nach verschiedenen Städten in Deutschland beziehungsweise verschiedenen Ländern. Dieses Jahr bin ich schon nach Polen, Tschechische Republik und Österreich gereist und ich habe noch zwei Reisen für Juli geplant, nämlich nach Mallorca in Spanien und Cardiff in Wales. Mit den VDAC Seminaren habe ich deutsche Städte besucht, die einzigartig und interessant sind. Die Seminare waren auch eine gute Möglichkeit, neue amerikanische Freunde kennenzulernen. Diese neuen Freundschaften sind stark und einige der besten Freundschaften, die ich bis jetzt in meinem Leben gemacht habe. Ich freue mich auf zukünftige Abenteuer mit meinen Freunden in den USA oder besser in Deutschland. Solche Reisen sind einmalig, weil die Erinnerungen und verbrachte Zeit mit Freunden unersetzlich sind.

Der Austausch hat sich gelohnt, weil mein Hauptziel war, meine Deutschkenntnisse zu verbessern, aber ich habe auch viel mehr von diesem Programm bekommen. Ich bin jetzt selbstzuversichtlicher und reifer und fühle mich gut vorbereitet, die nächste Phase meines Lebens zu begegnen. Ich kann kaum glauben, dass mein Jahr in Deutschland fast zum Ende ist. Wenn ich auf das Jahr zurückblicke, kann ich nur lächeln, weil die Erinnerungen und Erlebnissen dieses Jahr wunderbar gemacht haben. Ich bin aufgeregt, meine Familie wiederzusehen und meinen Master in den USA anzufangen, aber ich denke schon an meiner nächsten Reise nach Deutschland.
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